Liebe Freund*innen,

 

2018 bin ich der Grünen Jugend und auch den Grünen in Mitte beigetreten, weil mich meine Arbeit in der Obdachlosenhilfe politisiert hat. Nach vielen Debatten im Bezirk, der Grünen Jugend und zum Wahlprogramm will ich jetzt als Spitzenkandidatin der Grünen Jugend Berlin Mitte mit euch gemeinsam in Mitte progressive und grüne Sozialpolitik machen, die die Bedürfnisse von Menschen auf der Straße respektiert und sie auf ihrem Weg unterstützt. Deswegen bewerbe ich mich für einen Listenplatz für die Bezirksverordnetenversammlung in Mitte.

Mindestens 2000 Menschen leben in Berlin auf der Straße, viele davon in Mitte. Sie kämpfen jeden Tag darum, einen Platz zum Schlafen, eine Dusche oder ein bisschen Privatsphäre zu finden. Dabei sind sie oft Anfeindungen oder abwertenden Blicken ausgesetzt. Eigentlich ist der Bezirk verpflichtet, Menschen, die dieses Recht in Anspruch nehmen wollen, unterzubringen. Und trotzdem gab es auch in diesem Winter wieder einen großen Andrang auf Notunterkünfte und Obdachlose, die trotz eisiger Temperaturen auf der Straße übernachten mussten.

Die Gründe, warum Betroffene auf der Straße leben, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Deshalb braucht es Angebote, die individuelle Beratung und Betreuung ermöglichen und zugleich alles unternehmen, um Betroffenen in geordnetere Lebensverhältnisse zu- rück zu helfen, wenn sie das wollen.

Durch mein freiwilliges soziales Jahr bei der Bahnhofsmission und meine Arbeit in der Notübernachtung ken- ne ich die Abläufe und die Hürden in der Kältehilfe, die es Betroffenen schwer machen, langfristig einen Weg aus der Obdachlosigkeit zu finden.

Ich will, dass Notübernachtungen in unserem Bezirk zu Wohnheimen ausgeweitet werden, sodass Betroffene nicht früh morgens die Einrichtung verlassen müssen und Wind und Wetter tagsüber weiter ausgesetzt sind. Stattdessen brauchen wir 24/7-Einrichtungen, die unterschiedliche Angebote wie medizinische Versorgung, Sozialberatung und Hygieneangebote miteinander vereinen. Wer sich den ganzen Tag damit beschäftigen muss, wo er/sie* schlafen kann, woher die nächste Mahlzeit kommen soll und wie er/sie* von A nach B kommt, um die unterschiedlichsten Angebote zu erreichen, hat keine Zeit und Kraft mehr, sich Gedanken über Auswege aus der Obdachlosigkeit zu machen.

 

Neben kurzfristigen Angeboten wie der Kältehilfe brauchen wir Angebote, die Obdachlosigkeit langfristig beenden können. Deswegen will ich mich in der BVV dafür einsetzen, dass die Housing first-Plätze in Mitte ausgebaut werden und es feste Zielvorgaben für Housing first Wohnungen in Mitte gibt. Auch Menschen ohne Sozialleistungsanspruch müssen ein Recht auf einen solchen Platz haben, insbesondere Menschen auf der Straße, die tagtäglich Diskriminierungen ausgesetzt sind. Konzepte wie Housing first ermöglichen die Selbstbestimmung der Betroffenen und senken die Zahl an Menschen, die unfreiwillig auf der Straße leben.

 

Diese Projekte sind mir ein Herzensanliegen und deswegen freue ich mich sehr über eure Unterstützung für eine progressive und grüne Sozialpolitik in unse- rem Bezirk!

 

Eure Lotte

Ich bin Lotte, 20 Jahre alt und studiere Technischen Umweltschutz. Ich bin eine der Spitzenvotenträger*innen der GRÜNEN JUGEND Berlin Mitte für die BVV- Listenaufstellung.

POLITISCHES

  • Sprecherin der GRÜNE JUGEND Berlin
    Seit Oktober 2020
  • Beisitzerin im Landesvorstand der GRÜNE JUGEND Berlin
    Seit Oktober 2018
  • Mitglied des Koordinierungskreises der GJ Mitte
    2018-2019

EHRENAMTLICHES

  • Arbeit in der Notübernachtung und Wohnheim in der Lehrter Straße
    Seit April 2020
  • Nachhilfe und Unterstützung einer geflüchteten Familie
    Seit Oktober 2018
  • Freiwilliges Jahr in der Bahnhofsmission Berlin HBF
    2018-2019