Am 25. April hielt Erik Marquardt (@ErikMarquardt ) in der Kreisgesch├Ąftsstelle in Mitte seinen eindr├╝cklichen Fotovortrag zu Flucht und Migration. Die Organisation ├╝bernahm Ario (@ArioMirzaie ) vom Vorstand der Gr├╝nen Mitte und die tolle Moderation hatten wir Juliana Wimmer (@JulianaWimmer), die Sprecherin der BAG Frieden und Internationales ist, zu verdanken.
Schwerpunkt des Vortrages war die Situation auf der zentralen Mittelmeer-Route von Libyen ausgehend nach Europa. Zwischen 2015 und 2018 nahm Erik an mehreren Rettungsmissionen u.a. auf der Seefuchs und Seawatch 3 teil. Au├čerdem bereiste er im Zuge einer Fotoreportage die sog. „Balaknroute“. Dementsprechend ist der Vortrag mit Informationen aus Medien und Wissenschaft sowie eigenen Erfahrungen unterf├╝ttert.
Seit 2015 sind weniger Menschen auf der Flucht in Europa angekommen. Das liegt nicht daran, dass es weniger Gr├╝nde gibt zu fl├╝chten, sondern u.a. an der verherenden Situation in libyschen Lagern und der Schlie├čung der sog. „Balkanroute“. Daher ist es umso wichtiger auf die schreckliche Situation eben in Libyen, Afghanistan und anderen L├Ąndern hinzuweisen, aus denen Menschen fl├╝chten. Besonders die Situation in Afghanistan sei immer noch sehr gef├Ąhrlich, wie wir von Erik erfahren konnten. Daher ist die Forderung von vielen Politiker*innen Menschen dorthin abzuschieben mehr als zynisch und menschenverachtend
Auf den Aspekt der Sprache im Diskurs wurde gesondert hingewiesen. Dass es unterschiedliche Meinungen zu Flucht und Migration gebe, geh├Âre zu einer Demokratie, aber Begriffe wie „Fl├╝chtlingswelle“ usw. seien einer Diskussion unw├╝rdig.
Der Vortrag und die anschlie├čende Diskussion mit Erik und Juliana haben uns gezeigt, dass wir uns wieder vermehrt f├╝r die Retter*innen auf dem Mittelmeer und nat├╝rlich f├╝r legale Fluchtwege einsetzen wollen. Au├čerdem wollen wir uns nach Kr├Ąften auf Demos daf├╝r einsetzen und Druck auf MdBs aus├╝ben, dass das sog. „geordnete R├╝ckkehr-Gesetz“ von Horst Seehofer nicht in Kraft tritt.┬á
Wir begr├╝├čen es zwar, dass endlich nicht mehr die AfD mit dem Thema Flucht den politischen Diskurs in Deutschland bestimmt. Finden es aber umso wichtiger, dass einer breiten ├ľffentlichkeit bewusst wird, dass immer noch viele Tausend Menschen j├Ąhrlich im Mittelmeer ertrinken, sich Menschen in eine ungewisse Zukunft auf die Flucht begeben und die Aussichten diesbez├╝glich nicht positiv aussehen.
Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres Landes bzw. Region (Zahl der┬áBinnenvertriebenen liegt bei 41┬ávon 68 Millionen Vertriebenen) und haben daher direkt keine Auswirkung auf unser Leben in Europa. Aber die Gr├╝nde f├╝r ihre Flucht k├Ânnen sehr wohl in Europa liegen, sei es durch Waffenlieferungen, durch von ├ľlf├Ârderung verseuchte Fl├╝sse, durch unfaire Handelsvertr├Ąge oder durch den Klimawandel. So haben wir einerseits in Europa direkt die Lebensumst├Ąnde vor Ort verschlechtert und daher eine Verantwortung f├╝r eine Zukunft dieser Mitmenschen. Andererseits finden wir, dass Solidarit├Ąt nicht vor Landes- oder Kontinentgrenzen halt macht, und Europa daher eine Verantwortung f├╝r Gefl├╝chtete weltweit tr├Ągt.
F├╝r einen Paradigmenwechsel in der Migrationspolitik und f├╝r schnelle pragmatische L├Âsungen will sich Erik im Europaparlament einsetzen. Z.B. m├Âchte er, dass Kommunen, die Gefl├╝chtete aufnehmen wollen, nicht mehr auf die Zustimmung den Innenministers warten m├╝ssen. Daher dr├╝cken wir ihm die Daumen f├╝r den Wahlkampf.
Hier der Link zu Beschl├╝ssen der GJ Berlin bzgl. Flucht und Migration: https://gj-berlin.de/category/themen/gefluechtetenpolitik/